Vulva 3.0- Zwischen Tabu und Tuning

Designer Vagina, V-Day und Intimrasur

Als EinstimmuFilm Vulva 3.0ng auf den V-Day am 14. Februar 2015 gibt es ab heute schon mal den Film der Regisseurinnen Claudia Richarz und Ulrike Zimmermann präsentiert  von der Kinothek Asta Nielsen e.V. und gefördert vom Frauenreferat. Premiere war auf der letzten Berlinale und das Publikum soll durchweg begeistert gewesen sein. Nachdem der Film auf vielen europäischen Festivals gezeigt wurde, läuft er 6 Tage im Mal´Sehn Kino.

Die Dokumentation widmet sich der Geschichte der Vulva im 21. Jahrhundert  und erzählt von Aufklärungsunterricht, Zensur, dem Retuschieren »unförmiger« Schamlippen in pornografischen Abbildungen und der Arbeit von AktivistInnen gegen Genitalverstümmelung.

Gründlich recherchiert, zeigt der Film auch das lukrative Geschäftsmodell der Intimchirurgie – was allerdings nicht nur für zartbesaitete Gemüter eine Herausforderung ist. Den Macherinnen gelingt es aber auch, dem Thema komische Aspekte abzugewinnen und letztlich die Vielfalt weiblicher Körper zu feiern. Die Protagonistin des Film Laura Méritt hat dazu auch eine Aktion gestartet, um das Wissen über die Vielfalt der Vulva zu mehren: Das Pussy Profil. Da ist sie zwar nicht die erste, aber wenn Statistik hilft die Verunsicherung zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu beheben – Bitte. Liegt zum Teil auch daran, daß Dank radikaler Intimrasur der Blick auf jedes Detail freiliegt und der eine oder die andere mit bildbearbeiteten Pornobildchen sozialisiert wird. Kommentar einer unserer Workshop Teilnehmerinnen (Thema Genitalbeschneidung) und niedergelassene Gynäkologin: „Wir kriegen ja heute kaum noch eine unmanipulierte Vulva zu sehen: rasiert, gepierct, tätowiert ist ja fast schon das Minimum.“

Wer es lieber dreidimensional mag: Das Kunstwerk The Great Wall of Vagina des Briten Jamie McCartney gibt es inzwischen mit Online-Shop und Selbstmach-Set. Wenn frau dann den Abguss der eigenen Vulva vor Augen hat, muss sie auch nicht mehr mit dem Spiegel zwischen den Beinen rumturnen, um das Pussy-Profil auszufüllen. Wir sehen dann auch mal nach, daß er die äußeren Geschlechtsmerkmale mit der Vagina durcheinandergebracht hat. Gips bitte nicht in die Vagina einfüllen!

Bei Problemen:  anschließende Diskussion mit den Regisseurinnen und mit Dr. Dorothea Reichert, Gynäkologin, aktiv im bundesweiten Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. und Prof. Dr. Ulrike Schmauch, Frankfurt University of Applied Sciences (ehemals Fachhochschule Frankfurt am Main).

Es gelten die Kinoeintrittspreise

Termine

Do. 20.11., 20:00
Fr. 21.11. bis Di. 25.11., 18:00

Mal seh’n Kino
Hinterhaus
Adlerflychtstraße 6
60318 Frankfurt am Main

Kartenreservierung unter Telefon: +49 (0)69 5970845

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