Städtegruppentreffen im Juni

Heute war offenes Treffen für alle an unserer Arbeit interessierten Frauen. Wir stellten uns und unsere Themen vor und sprachen mit den  neuen Frauen über ihre Wünsche und Erwartungen.

Inhaltlich begannen wir mit dem Thema „Frauenfeindliche Werbung“, welches ja auch das nächste Kampagnenthema von TERRE DES FEMMES sein wird. Anhand von Beispielen aus der Werbung wurde schnell klar, dass sexistische Werbung mehr denn je ein aktuelles Thema für alle „frauenbewegten“ Menschen ist. Wir haben sogar den Eindruck, dass Frauenfeindlichkeit und Sexismus mittlerweile wieder stark gesellschaftlich akzeptiert sind, und dies auch im Zusammenhang mit der Pornografisierung der Gesellschaft und der Liberalisierung der Prostitution zu sehen ist.

Viele Frauen haben sich angewöhnt, Werbung mit sexistischer Darstellung der Frauen einfach zu ignorieren. Sie ist einfach omnipräsent. Doch das kann und darf nicht sein. Gerade die scheinbare Gesellschaftsfähigkeit dieser Werbung sollte uns aufrütteln und unseren alten Kampfgeist neu beflügeln.

Ideen und Vorschläge zur Vorgehensweise gibt es u.a. im Internet.

In Östereich haben sich sogenannte Watchgroups-Sexismus gegründet und einen gemeinsamen Kriterienkatalog erarbeitet.

Pinkstinks, eine Kampagne – ursprünglich aus UK – gegen Produkte, Werbeinhalte und Marketingstrategien, die Mädchen eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen, hatte eine Online Petition, die sich an den Deutsche Werberat richtete, initiiert. Die Aktion ist mittlerweile beendet, über 16000 UnterstützerInnen unterschrieben. Für den Herbst plant Pinkstinks eine neue Aktion.

http://pinkstinks.de/die-mantren-der-werberinnen/

… „Unsere patriarchale Gesellschaft gibt es länger als die Werbung, das ist richtig. Dass Werbebilder staatlich geförderten Bestrebungen für Gleichberechtigung zuwider laufen, zeigen jedoch etliche Studien. Gerade deshalb muss insbesondere die Werbung reguliert werden, die starke und überholte Geschlechterstereotype reproduziert. Nach der Sommerpause stellen wir eine passende Gesetzesnorm vor und werden von Heiko Maas eine zügige Implementierung fordern.  …“

Das Bezirksparlament von Berlin Kreuzberg-Friedrichshain hat beschlossen, dass „die Präsentation von diskriminierender, frauenfeindlicher und sexistischer Außenwerbung auf bezirkseigenen Flächen nicht mehr zulässig ist“. Das Verbot sexistischer Werbung gilt für die vier bezirkseigenen Werbeflächen, aber nicht für private oder dem Land Berlin gehörende. Außerdem fordern sie eine Werbewatchgroup nach österreichischem Vorbild.

Auch z.B. das Frauenbüro Münster stellt klar „Bei frauenfeindlicher Werbung geht es nicht um Fragen des guten oder schlechten Geschmacks, sondern um Respekt.“ Die Münsteraner Frauen geben eine Broschüre heraus „Sex sells? Mit mir nicht!“

Auch auf der Website von TERRE DES FEMMES kann frau sich informieren und Aufkleber und Beschwerdepostkarten bestellen.

Mit dem selbst gegebenen Auftrag, weitere Informationen zum Thema zu sammeln und zu recherchieren, verabschiedeten wir uns bis zum 29. Juli.

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