Erhebt Euch, befreit Euch, trommelt, tanzt!


(Bild: K.W.)

Am Dienstag (14.2.) haben wir uns zusammen mit mehreren hundert Frauen, Männern und Kindern zum V-Day auf der Hauptwache versammelt und gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, Sexismus und Rassismus getanzt. Gemeinsam mit vielen anderen Tänzer*innen auf der Welt tanzten wir zur Musik und Choreografie von One Billion Rising, als Teil einer internationalen Aktion, die seit dem 14.2.2012 (dem 15. V-Day) Tradition hat und in rund 200 Ländern mit Tanz-Demos begangen wird.

Anwesend waren auch ein paar “pussy hats” (diese knall-rosa Mütze auf dem mittleren Bild der Collage oben; https://www.pussyhatproject.com/) – die Antwort der Amerikaner*innen auf den dortigen aktuellen Anlass, sich daran zu erinnern, dass Frauenrechte und Menschenrechte immer noch keine Selbstverständlichkeiten sind.

Da hilft nur weiter-tanzen! ;-)

Der V-Day 2017 in Frankfurt wurde organisiert vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt mit dem Frankfurter Aktionsbündnis, dem auch wir als Städtegruppe angehören.

Kleine Umschau zum V-Day 2017 und weiteren Infos zu V-Day und One Billion Rising:

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The March of the Women – Suffragetten-Taten fürs Pantoffelkino

von vergessenen Komponistinnen, Musik als Katalysator und einer ganz persönlichen Anekdote zum Film

Blogbeitrag von Susanne Wosnitzka

© DVD Suffragette / Concorde Home Entertainment http://www.suffragette-film.de/galerie/

„March, march, many as one – shoulder to shoulder and friend to friend!“, lauten die letzten Zeilen eines der legendärsten Demo-Songs aller Zeiten: des The March of the Women der britischen Autorin Cicely Hamilton (1872-1952), vertont von der ebenfalls britischen Komponistin Ethel Smyth (1858-1944).

Als geschlossenes Ganzes wollten sich die britischen Suffragetten geben und waren unter sich doch gespalten: Die einen warfen mutig lautstark Scheiben ein und ließen Briefkästen explodieren, die anderen hielten von zu viel klirrendem Aktionismus nichts und verhandelten diplomatisch auf gemäßigteren Wegen. Doch ein Slogan setzte sich durch: „Deeds – not words“. Taten statt Worte. Eine, die tätlich wurde, war auch Emily Davison. Sie gab für das Frauenwahlrecht sogar ihr Leben, indem sie sich bei einem der damaligen wichtigsten Pferderennen in den Weg des Pferds des Königs stellte, von diesem überrannt wurde und einige Tage danach ihren schweren Verletzungen erlag. In ihrer Hand hielt sie ein Tuch mit den Worten „Votes for women“. Hunderte weißgekleideter Frauenrechtlerinnen gaben ihr – festgehalten auf Zelluloid – das letzte Geleit. England hatte langsam begriffen.

Taten und Aktionen, die in ganz Europa für Veränderungen sorgen sollten. Taten und Aktionen, die geradezu danach schrien, verfilmt zu werden. Im Zuge der aufkommenden Frauengeschichtsforschung wurde die Geschichte der Suffragetten bereits in den 1970er Jahren als Mini-Serie der BBC unter dem Titel Shoulder to shoulder (Regie: Midge Mackenzie) verfilmt, in der selbst die Figur der Ethel Smyth dargestellt wird. Vereinzelt existieren biografische Filme und Dokumentationen, die das Leben der „großen“ Suffragetten und weiteren Frauenrechtlerinnen wie Virginia Woolf (A room of one’s own) darstellen. Ein Film, der einen tieferen Einblick in einen der wichtigsten Teile der Menschheitsgeschichte gibt, existierte bislang allerdings nicht. Mit Erscheinen von Suffragette im Februar 2016 wurde auch in Deutschland eine Lücke geschlossen. Allerdings existieren noch viele derartige Lücken.

Bereits in meinem Studium der Musikwissenschaft befasste ich mich mit vergessenen Komponistinnen – in der wissenschaftlichen Lehre kommen sie an vielen Universitäten und Musikhochschulen als regulärer Teil der Musikgeschichte bis heute nicht vor. Die pure Wut darüber, Leistungen von Frauen in diesem Bereich zu negieren, spornte mich an, mehr darüber wissen zu wollen. So fand ich meinen Weg zum Feminismus, daraus entstand meine eigene Vortragsreihe zu Komponistinnen des 12. bis ins 21. Jahrhundert que(e)r durch die Musikgeschichte – mit meinem Wissen unterstütze ich das in Frankfurt/Main beheimatete Archiv Frau und Musik (ältestes, größtes und bedeutendstes Archiv für Musik von Frauen weltweit) sowie als Mitvorstandsfrau den Verein musica femina münchen. Und so fand ich auch meinen Weg zu Leben und Werk von Ethel Smyth, denn Ethel Smyth und auch Cicely Hamilton waren beide homosexuell.

Mitte Juni 2016 lobte TERRE DES FEMMES über Facebook ein Gewinnspiel aus. Es winkten vier gerade frisch erschienene DVDs zum Film Suffragette (u. a. mit Meryl Streep und Helena Bonham Carter). TERRE DES FEMMES wollte wissen, was einem an diesem Film am besten gefallen hat oder warum man ihn sich gerne anschauen möchte. Sofort fiel mir Ethel Smyth mit ihren Geschichten und ihrer Musik ein, die eines meiner größten Vorbilder ist. Ich schrieb auf der Facebook-Seite von TERRE DES FEMMES folgende eigene Geschichte, mit der ich eine der DVDs gewann:

Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass solch ein neuer Film unter dem Titel Suffragette (Regie: Sarah Gavron) geplant sei, ließ ich einen Freudenschrei los, um dann im nächsten Moment sofort zu grübeln anzufangen: würde eines der wichtigsten Elemente der Suffragettenbewegung hineinkommen? Der The March of the Women? Ich recherchierte, fand aber nur eine postalische Adresse von Abi Morgan, der Drehbuchautorin von Suffragette.

Ich schrieb ihr einen Brief von Hand, um sie zu bitten, den The March of the Women im Film nicht zu vergessen, mit DAS wesentlichste Element des Zusammenhalts unter den Frauen. Dieser Marsch war um 1910 vierstrophig speziell für die Demos der Suffragetten geschrieben worden. Als viele der radikalen Suffragetten inhaftiert wurden, sangen sie diesen Marsch nachweislich ununterbrochen auf Hofgängen im berüchtigten Holloway-Gefängnis. Viele der Frauen traten in Hungerstreik und wurden zwangsernährt.

Ethel Smyth um 1922. © wikimedia commons, allgemeinfrei

Emmeline Pankhurst, mit die Hauptanführerin der Wahlrechtskämpferinnen, soll sich teils als einfache Frau aus dem Volk ausgegeben haben, weil sie für sich wissen wollte, wie mit Frauen aus niedrigeren Ständen verfahren würde, denn Frauen aus höheren Ständen wurden anscheinend nicht zwangsernährt. Auf diese Weise wurde auch Emmeline Pankhurst, die in Hungerstreik ging, dieser folternden Prozedur unterzogen. In ihren Memoiren erzählt Ethel Smyth über diese Zeit und zitiert aus Briefen, die sie von Emmeline Pankhurst erhalten hatte. Darin berichtet Emmeline Pankhurst, wie ihr dieser Marsch sogar das Leben gerettet hatte: In einer Nacht nach einer Zwangsernährungsmaßnahme wollte sie sich umbringen, als sie die Schreie und das Weinen ihrer Mitkämpferinnen nicht mehr länger ertrug. Dann begann sie, diese ganze üble Nacht hindurch den The March of the Women zu singen sowie einen von Ethel Smyth komponierten Choral. An diese letzte Hoffnung, an diesen Mutmacher klammerte sie sich – und überlebte (nicht im Film dargestellt).

Ich schickte meinen Brief mit dieser wertvollen Geschichte darin also ab, eineinhalb Jahre vor Beginn der Filmproduktion. Keine Antwort. Am ersten Tag des Filmstarts war ich folglich im Kino – in britischen und US-Foren (der Film lief dort schon früher an) fragte ich zuvor im Internet, ob der Marsch im Film vorkäme: Niemand konnte es mir bestätigen. Aber: ER KAM DARIN VOR! Zumindest die erste Strophe des Marsches ist komplett mit in den Film eingeflossen! Ich war seligst beglückt. Ein kleiner Tribut auch an Ethel Smyth.

Ethel Smyth selbst war eine der herausragendsten britischen Persönlichkeiten, war fantastische Komponistin und – nach ihrer völligen Ertaubung – sensationelle Erzählerin, die zahlreiche autobiografische Bücher verfasste und somit einen Teil der Suffragettengeschichte(n) überlieferte.

Dieser neue Suffragetten-Film ist – trotz fiktiver Figur der Wäscherin Maud Watts und zu kurzen Auftritten von Emmeline Pankhurst  – hervorragend und bis in kleinste Details umgesetzt. Auch das Pferderennen, bei dem Emily Davison ihr Leben für das Frauenwahlrecht gab, wurde darin großartig nachgestellt und leitet direkt über in historische Aufnahmen dieser Zeit. Allerdings kann auch er nur einen Überblick über diese Zeit bieten. Nichtsdestotrotz gehört dieser Film verpflichtend in jeden Geschichtsunterricht, sollte von Mann und Frau gleichermaßen gesehen werden. Ich würde über jede einzelne Suffragette einen eigenen biografischen Film und/oder eine Dokumentation sehen wollen.

„Jede Frau [und jeder Mann] sollte mindestens ein Jahr lang Frauengeschichte studieren, egal, was sie sonst macht. Jede Frau ändert sich, wenn sie erkennt, dass sie eine Geschichte hat.“ (Gerda Lerner)

Weiterhin Taten statt Worte!

Zum Weiterlesen:

Ethel Smyth: Impressions That Remained. London/New York 1919/1946.

Ethel Smyth: Streaks of Life. London/New York 1921.

Ethel Smyth: What Happened Next. London/New York 1940.

Cornelia Bartsch, Rebecca Grotjahn, Melanie Unseld [Hrsg.]: Felsensprengerin, Brückenbauerin, Wegbereiterin. Die Komponistin Ethel Smyth; Rock Blaster, Bridge Builder, Road Paver: The Composer Ethel Smyth, Allitera, München 2009, ISBN 978-3-86906-068-2.

© Susanne Wosnitzka

Susanne Wosnitzka M. A. studierte nach ihrer Ausbildung zur Tischlerin und Möbelrestauratorin Musikwissenschaft, Klass. Archäologie, Europ. Ethnologie/Volkskunde und Kunstgeschichte an der Universität Augsburg. Während ihres Studiums entwickelte sie die Vortragsreihe Komponistinnen und ihre Werke im Spiegel ihrer Zeit. Susanne Wosnitzka arbeitet freischaffend u. a. für das Archiv Frau und Musik Frankfurt/Main, als Stadtführerin in Augsburg zum Thema FrauenMusikKultur-Geschichte, ist wiss. Beirätin der Deutschen Mozart-Gesellschaft, im Vorstand von musica femina münchen e. V. und Doktorandin. Zurzeit entstehen Publikationen zur Augsburger und süddeutsch-reichsstädtischen Musikgeschichte. Ein Schwerpunkt ihrer Forschungen ist auch lesbisches Leben v. a. im 18. Jahrhundert.

www.susanne-wosnitzka.de

The March of the Women auf  Youtube

Schulmaterial zum Film von Concorde Home Entertainment gibt es hier

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14.2.17 One Billion Rising, V-Day Frankfurt

logo-vday-frankfurt

Tanz-Demo für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Für alle! Immer und überall!

Am Dienstag, 14.2.2017, ab 17:00 Uhr auf der Hauptwache / Katharinenkirche

Koordiniert von Frauenreferat der Stadt Frankfurt
Mehr Info auf Facebook
Flyer (Frauenreferat)

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Frauenrecht und Marschmusik

Von musikalischen Kleinoden, Frauenbewegung und neuen Ideen

Anfang November wurde ich als Referentin für Common Purpose gefragt, ob es denn so etwas wie eine globale Zivilgesellschaft gäbe und wie man sich vernetzt, ob wir sowas für die Arbeit von TDF nutzen und ob das wichtig sei.
Klar, habe ich gesagt, es ist sogar essentiell, ob das für Projekte ist wie Frauen bilden Banden oder gerade letzten Samstag beim Marsch der Frauen. So etwas koordiniert global hinzukriegen wäre für die meisten NGO`s in den 90ern kaum zu realisieren gewesen. Nur große und finanziell gut ausgestattete Organisationen wie Greenpeace haben damals weltweite Medienaufmerksamkeit für internationale Aktionen gekriegt.

Heute läuft die Orga und Mobilisierung über die Newsletter, Facebook-Veranstaltungen, eigene Youtube Channels und sonstige Sozialen Medien. Wie der Women’s March Frankfurt am Samstag, den 21. Januar, ein solidarischer “Sister March” zum Women’s March on Washington in Washington DC/USA, der sich wiederum aus einem großen Frauenbündnis zusammensetzt wie Representation Project, GlobalGirl Media, Emerge America, The Female Quotient, IGNITE National, and WorldWideWomen.

Da ist es eher mal schwierig den Überblick zu behalten, wer mit wem, wo mitmacht und ob man dabei sein will. Beim Marsch der Frauen am Samstag hat uns eine SG-Mitstreiterin vertreten und wir machen uns schon mal warm für den 14.02. zu One Billion Rising, seit 2012 koordiniert von Frauenreferat der Stadt Frankfurt und den  Internationalen Frauentag am 8.03.

Zum Anheizen hat jede Ihren eigenen Soundtrack und dank der TERRE DES FEMMES Facebook Aktion letzten Sommer zum DVD-Release von  „Suffragette“ wurde uns ein Gast*Beitrag von Susanne Wosnitzka zum Film und dem Frankfurter Frauenmusikarchiv Archiv Frau und Musik geschrieben, den wir nächste Woche posten, um uns schon mal auf den Frauenpolitischen Frühling einzugrooven. Wie viele Frauenprojekte kämpft auch dieses Frankfurter Kleinod um eine finanzielle Absicherung für die Zukunft.

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Guten Rutsch!

Rosa Weihnachtsmarkt, Frankfurt 2016
Wir wünschen
allen FreundInnen
und UnterstützerInnen
ein gutes 2017.

Eure Städtegruppe Rhein-Main.

(Foto: Rosa Weihnachtsmarkt,
Frankfurt 2016)

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Podiumsdiskussion: Wege zu einer Welt ohne Prostitution

Debatte zur aktuellen Gesetzgebung in Deutschland, Freierbestrafung und UN Women Beschluss zum “nordischen Modell”

Die Frankfurter Gruppe des Frauenverband Courage hat mit einem Bündnis von Abolitionisten und Prostitutionskritiker_innen eine Podiumsdiskussion organisiert. Wie auch auf unserer Podiumsdiskussion vor 2 Jahren löst das Thema innerhalb der feministischen Gruppierungen hitzige und kontroverse Diskussionen aus. Mit dieser Veranstaltung bekommen die Gegner_innen und mit Huschke Mau Frauen, die als Prostituierte gearbeitet haben, ein Podium. Der Eintritt ist frei oder auf Spendenbasis.

Im Begegnungszentrum Gallus

Freitag, 28. Oktober 2016, um 19.00 Uhr

Im Begegnungszentrum Gallus
Frankenallee 206, Frankfurt-Gallus,
Straßenbahn 11 oder 21, Haltestelle Schwalbacher Str.

Referentinnen auf dem Podium:

• Huschke Mau, ehemalige Prostituierte, Mitfrau der Feministischen Partei DIE FRAUEN

• Ulrike Held, Psychologische Psychotherapeutin, Bundesvorstandsfrau des Frauenverbands Courage

• Manuela Schon, Mitbegründerin von Abolition 2014

Veranstaltet von Feministische Partei DIE FRAUEN, Frauenverband Courage – Gruppe Frankfurt, MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) – KV Rhein-Main, Neue Frau,#NoFragida.

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“DAS PRIVATE IST POLITISCH” FRAUEN HELFEN FRAUEN E.V. RÜCKSCHAU – GEGENWART – PERSPEKTIVEN

Ausstellung zur Geschichte der Frauenhausbewegung am Beispiel eines Frankfurter Vereins. Finissage am 12.November zum Thema Stalking

© Frauen helfen Frauen e. V., Zeichnung: Volker Droege

© Frauen helfen Frauen e. V., Zeichnung: Volker Droege

Das Institut für Stadtgeschichte zeigt vom 11. 0ktober – 13. November die Ausstellung des Frankfurter Vereins Frauen helfen Frauen mit dem Titel „das Private ist politisch“. Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte und das Engagement des Vereins, der seit nunmehr 40 Jahren in Frankfurt, Frauen die von häuslicher Gewalt betroffen sind, Zuflucht, Beratung und vielfältige Unterstützung auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben bietet.

Die Geschichte des Vereins ist auch exemplarisch für die Geschichte der Frauenhausbewegung der letzten 40 Jahre in der BRD. Als Frankfurter Verein ist er ein Teil der Stadtgeschichte.

Kostenlose Führungen mit PraktikerInnen in der Sonderausstellung gibt es am 23. Oktober 2016, 16:00 mit Christa Wellershaus / Madelaine Baumeister
und am 30. Oktober 2016, 16:00 mit Christa Wellershaus / Jürgen Petermann, Hauptkommissar Staatsbereich Prävention a.D.

Treffpunkt: Karmeliterkloster, Dormitorium

Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte / Frauen helfen Frauen e. V.

Dauer: 60 min

Finissage mit Lesung am 12. November um 15.00 Uhr:
Die Wiener Schriftstellerin Amaryllis Sommerer liest aus ihrem Psychothriller „Selmas Zeichen“, in dem es um das Thema Stalking geht. Dieses Thema ist auch ein Aspekt des Beratungsangebotes in der Beratungs- und Interventionsstelle des Vereins. Selmas Zeichen ist ein spannender Psychothriller, der sich mit dem Thema Stalking beschäftigt und stilsicher und brillant die Gedanken und Gefühle der Verfolgten und dem Verfolger gegenüber stellt.

Im Anschluss an die Lesung gibt  Polizeihauptkommissarin Frau Gerstendorff, vom Polizeipräsidium Frankfurt, Einblicke in die Möglichkeiten von Polizei und Justiz und den empfohlenen Verhaltensmaßnahmen Betroffener zum Thema Stalking.

Es können Fragen an Frau Gerstendorff vom Polizeipräsidium und an eine Kollegin, Frau Schnitzler, aus der Beratungsstelle des Vereins Frauen helfen Frauen gestellt werden.

Im Anschluss an die Lesung gibt uns Polizeihauptkommissarin Frau Gerstendorff, vom Polizeipräsidium Frankfurt, Einblicke in die Möglichkeiten von Polizei und Justiz und den empfohlenen Verhaltensmaßnahmen Betroffener zum Thema Stalking.

Es können Fragen an Frau Gerstendorff vom Polizeipräsidium und an eine Kollegin, Frau Schnitzler, aus der Beratungsstelle des Vereins Frauen helfen Frauen gestellt werden. die Mitarbeiterinnen vom Verein Frauen helfen Frauen wünschen sich im Anschluss eine rege Diskussion.

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Open Books: Lesung mit Mithu M. Sanyal

MITHU SANYAL „VERGEWALTIGUNG. ASPEKTE EINES VERBRECHENS“

Sanyal geht der Frage nach wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann. Sie zeichnet nach, wie wir als Gesellschaft über Vergewaltigung reden und wie sich das wiederum auf die Realität von Vergewaltigung auswirkt. Selbst beim Sprechen über sexuelle Gewalt werden Rollenklischees bedient und es halten sich hartnäckig die Vorstellungen von aktiver, aggressiver Männlichkeit und passiver, bedrohter Weiblichkeit.

In diesem Zusammenhang betrachtet Mithu Sanyal auch die Rolle des Rassismus und wie über die Jahrhunderte Formen der Gewalt gegendert wurden. Sie geht spannenden Fragen nach, wie es kommt, das Täter von der Opferindustrie rumjammern oder ein Nein nicht als solches erkannt haben wollen und betrachtet was Konsens und sexuelle Selbstbestimmung wirklich bedeuten.

Frankfurt am Main | Samstag, 22. Oktober, 17 Uhr | | Mithu M. Sanyal | | Lesung und Gespräch auf dem Lesefest am Römer OPEN BOOKS | Moderation: Antje Schrupp | | Veranstaltungsort: Haus am Dom, Domplatz 3

Von der Autorin des wunderbaren VULA –Buches erwarten eine ebenso spannende, wie umfassende Flugschrift:

Mithu M. Sanyal
Vergewaltigung
Aspekte eines Verbrechens

Edition Nautilus

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Weg mit § 218

Weg mit § 218

Am Samstag findet in Berlin eine längst überfällige Konferenz zum Abtreibungsparagraphen 218 statt.  Seit der Wende gilt für die BRD eine Art Austragungszwang und eine Abtreibung ist nur unter Auflagen und Zwangsberatung möglich und der Souverän gewährt dann Straffreiheit. Damit ist Deutschland ziemlich weit  entfernt von einem liberalen Abtreibungsgesetz wie in der ehemaligen DDR oder Kanada und den restriktiven Richtlinien in Polen wesentlich näher. Dass die technische Ausführung einer Abtreibung nicht mehr Bestandteil des Curriculums in der Ärzteausbildung ist, macht es Frauen einen Arzt für eine Abtreibung zu finden nicht leichter. Zudem beklagt das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung in seiner Pressemitteilung am Dienstag, dass niedergelassene Ärzt_Innen angefeindet und Beratungsstellen mit Klagen überzogen und von Lebensschützer belästigt und bedroht werden. Am Samstag wird  in Berlin auf einer 2 tägigen Konferenz mit Bündnis Partner_Innen diskutiert, um sich den Lobbygruppen und dem  Druck aus der neuen Rechten entgegenzustellen.

Auch Sarah Diehl ist mit einem Vortrag zu Abtreibung und Medien vertreten.

Gemeinsam wird sich das Bündnis auch gegen den alljährlichen „Marsch fürs Leben“ positionieren, um das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung für Frauen vor Bevormundung zu wahren.

Wir rufen auf zum Aktionstag gegen den „Marsch für das Leben“ am 17.9.2016 in Berlin. Weg mit § 218! Für ein Leben und Lieben ohne Bevormundung! Für die Vielfalt der Lebensentwürfe!

KONFERENZ – DETAILS

Samstag, 9. Juli 2016 von 11 – 20 Uhr und Sonntag, 10. Juli  2016 von 10 – 13 Uhr

Im „Schloss 19“,  Schlossstraße 19, 14059 Berlin , U-Bahnhof: Sophie-Charlotte-Platz. Der Eintritt ist frei.

Programm zur
Konferenz „Weg mit § 218“

Samstag

11 Uhr

Einstiegspodium

  • Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung stellt sich vor | mit Ines Scheibe, Gründerin des Bündnisses
  • Widerstand gegen § 218 | mit Gisela Notz, Historikerin
  • § 218 heute | mit Ulrike Busch, Professorin für Familienplanung

12.30 Uhr

  • Vorstellung der Themengruppen
  • Vorstellung des Resolutionsentwurfs

12.45 bis 15.45 Uhr (einschließlich Mittagspause)

Themengruppen

1. BRD und der Memminger Prozess / DDR und Schwangerschaftsabbruch

mit Magdalena Federlin, Angeklagte im Memminger Prozess, und Ursula Schröter, Soziologi

2. Gewerkschaften und der § 218

N.N.

3. Kliniken, Arztpraxen und der § 218 heute

mit Christiane Tennhardt, Ärztin, und Christian Fiala, Gynäkologe und Gründer des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien

4. Christlich-fundamentalistische „Lebensschützer“ und die AfD

mit Eike Sanders, Mitautorin des Buchs „,Deutschland treibt sich ab!ʻ Organisierter ,Lebensschutzʻ, christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus“

5. Schwangerschaftsabbruch und die Medien

mit Sarah Diehl, Dokumentarfilmerin

6. Migrantinnen und Geflüchtete und der Schwangerschaftsabbruch

mit Hazal Atay, Women on Waves

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Preisverleihung

19. HFG Rundgang und Preisverleihung im Isenburger Schloß

Nach zwei spannenden Vorträgen, die das Gleichstellungsreferat des AStA im Vorfeld der Preisverleihung organisiert hat, wird nächsten Freitag in der Kapelle des Isenburger Schloßes der 1. AWARENESS Preis ausgelobt. Die Verleihung findet am Freitag den 8.Juli um 18:00 im Rahmen des HFG Rundgang 2016 statt. Wir freuen uns, dass die TERRE DES FEMMES Städtegruppe Rhein-Main den 1. AWARENESS PREIS des Gleichstellungsreferats des AStA der Hochschule für Gestaltung Offenbach als Förderinnen unterstützen konnte.

Vulviva von Laura Baginski, Foto copyright HFG http://www.hfg-offenbach.de/en/pages/annual-show#impressions

Wer schon mal einen Vorgeschmack haben möchte auf die Arbeiten, die zu erwarten sind, kann mit einem digitalen Rundgang auf der Homepage der Hochschule für Gestaltung beginnen und sich die Arbeiten der vergangenen Jahre anschauen. Mein Lieblingsstück ist dabei klar die Bronzestatue von Laura Baginski, da das „unsichtbare Geschlecht“ auch Thema beim Vortrag der Filmlöwin war. Da gehen die HFG Absovent_Innen schon mal mit gutem Beispiel voran, damit auch mal eine Vulva außerhalb der Pornoindustrie zu sehen ist, die nicht nur dem Zwecke der Penetration dienen darf. Wer sich damit noch weiter auseinandersetzen will, warum die Vulva so einen undankbaren Platz zugewiesen bekommen hat und das dies nicht ein universelles Tabu ist, dem sei an dieser Stelle auch der Film Vulva 2.0 empfohlen.

Der Rundgang ist ab Freitag das ganze Wochenende für das Publikum geöffnet.

Freitag, 8. Juli

18 Uhr
Eröffnung HfG-Rundgang + Preisverleihung (Isenburger Schloss, linke Kapelle)

20–23 Uhr
Ausstellungen

22:30 Uhr
18. CrossMediaNight (Schlossplatz)

Samstag, 9. Juli

14–22 Uhr
Ausstellungen

22 Uhr
12. Filmnacht (Schlossplatz)

Sonntag, 10. Juli

14–20 Uhr
Ausstellungen

Ausstellungsorte

Hochschule für Gestaltung Offenbach
HfG-Campus, Schlossstraße 31
Bora-Saal, Ludo-Mayer-Str. 1
Banksy, Kaiserstr. 73
Kappus Seifenfabrik, Ludwigstraße 61

Zu Laura Baginski

Vulviva ist eine Arbeit von Laura Baginski aus dem Jahr 2012. In Ihrer künstlerischen Arbeit zieht sich die Auseinandersetzung mit den traditionellen und tabuisierten Darstellungsformen des weiblichen Körpers und seiner Funktionen wie ein roter Faden hindurch. Dabei bricht Sie diese Formen bewusst in den modernen Darstellungen von stillenden Madonnenfiguren und dem Motiv der vulvaweisenden „Baubo“. http://www.laurabaginski.de/index.php/texte/vulviva–laura-baginski/

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