One Billion Rising: trommelt, tanzt, demonstriert!

14.02.2020 – One Billion Rising, 17:00 Uhr Katharinenkirche/Hauptwache
Auch dieses Jahr beteiligen wir uns wieder an der Tanzdemo und sind Teil des Frankfurter Aktionsbündnisses unter Federführung des Frauenreferats!
-> Info auf den Seiten des Frauenreferats

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Nachlese zum Podium vom 16.1.2020: Durcheinander.

Durcheinander war nach unserer Podiumsdiskussion leider nicht nur unser Informationsmaterial, sondern durcheinander waren auch einige Menschen, die aus Angst vor Gewalt den Raum verlassen haben.

Bereits im Eingangsstatement von Naïla Chikhi hielt eine Gruppe von Störer*innen Plakate hoch, die uns Rassismus vorwarfen und uns mit den NSU-Morden  in eine Reihe stellten. Dann wurde die Bühne mit einem großen Leintuch-Banner, gehalten von mehreren Leuten besetzt. Und auch wenn weitergehende Gewalt von dieser Gruppe erklärtermaßen nicht geplant war, war die Atmosphäre so aufgeladen, dass sie von vielen Anwesenden als Furcht erregend empfunden wurde. Im Hintergrund des Saals kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung aus bisher ungeklärter Ursache (unerlaubtes Filmen?), bei der ein Infotisch umgeworfen wurde. Spätestens da wurde auch aus dem Publikum die Polizei gerufen. Und erst als die Polizei da war, konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden. Lebt man so Meinungsfreiheit, oder erzeugt man so Sprechverbote und Angstatmosphäre?

Durcheinander war damit auch unser Zeitplan, aber nicht die Diskussion, die wir fortsetzen konnten (was die Presse leider nicht immer richtig mitbekommen hat). Herzlichen Dank an Moderatorin, Podiumsteilnehmende und rund 40 Anwesende, die abgewartet hatten, bis wieder Gesprächsatmosphäre im Saal herrschte, und die sich lebhaft am Publikumsteil der Diskussion beteiligten. Sehr viel später als geplant, schlossen wir dann die Veranstaltung ab.

Enttäuschend fanden wir, dass keine*r der Störer*innen und niemand von ihren Unterstützer*innen den Mut hatte, da zubleiben und zur Diskussion beizutragen. Wir haben keine Argumente gehört, sondern nur Banner und Versatzstücke ins Gesicht gehalten und geschrien bekommen. Ziel schien zu sein, eine Diskussion gar nicht zu zulassen, sondern die Veranstaltung zu verhindern.

Durcheinander gebracht haben die Störer*innen für sich die Sache mit der Einseitigkeit: Wer unsere Einladung gelesen hat weiß, dass andersherum die Einseitigkeit des offiziellen Rahmenprogramms zur Ausstellung 2019 schon damals kritisiert wurde, und dass das Versprechen einer Einladung zur Diskussion an die Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung nicht erfüllt wurde. Wir wollten bewusst ein Podium für die dort fehlende Gegenposition sein – und wir waren offen für alle Diskussionsbeiträge aus dem Publikum im Rahmen der Podiumsdiskussion. Dass es keine Diskussionsbeiträge von Andersdenkenden gab, sondern Banner, eine Bühnenbesetzung und danach gähnende Leere auf den Stühlen der Störer*innen, ist nicht unsere Wahl gewesen. Wer zugehört hat, weiß außerdem, dass insbesondere die Position von Uwe Paulsen nicht identisch ist mit der von Naïla Chikhi oder Ingrid König. Und dass jede der Personen aus ihrer eigenen Lebenswirklichkeit und -sicht heraus gesprochen hat.

Wohl nicht durcheinander gebracht, sondern absichtlich diffamierend ist der Vorwurf des Rassismus, wenn es um Kritik an frauenverachtender und menschenfeindlicher Religionsinterpretation und politischer Interessensdurchsetzung geht. Dass man dafür auch noch die Mordopfer der NSU  instrumentalisiert, empfinden wir als unerträglich.

Wir sind von mehreren Teilnehmer*innen, die bis zum Schluss geblieben sind, gebeten worden, an dem Thema dran zu bleiben und weiter eine kritische Stimme zu sein. Ganz sicher werden wir weiter daran arbeiten, für alle Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu erreichen – unabhängig von ihrer Herkunft und Weltanschauung. Da lassen wir uns nicht durcheinander bringen!

Auf dem Podium: Ingrid König, Moderatorin Fatma Keser, Uwe Paulsen und Naïla Chikhi. (Bild: K. Wenzel)

Presse-Berichte aus erster Hand – Dass die Veranstaltung abgebrochen wurde, ist ein falscher Eindruck, da die Journalistin zu früh gehen musste, um die Redaktions-Deadline einzuhalten. Er ist im späteren Artikel dann auch korrigiert.

https://www.emma.de/artikel/das-ist-antidemokratisch-337441 : Interview mit Naïla Chikhi – Info aus erster Hand

https://m.faz.net/aktuell/rhein-main/podiumsdiskussion-zum-thema-kopftuch-endet-im-studierendenhaus-der-goethe-universitaet-in-schlaegerei-16585977.html

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/polizei-ermittelt-nach-pruegelei-bei-kopftuch-debatte-16587737.html

Unsere Einladung und Pressemeldung zur Veranstaltung:
http://www.frauenrechte-rheinmain.de/2019/11/vorankundigung-16-01-2020-podiumsdiskussion-verschleierung/

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Vorankündigung: 16.01.2020 – Podiumsdiskussion “Verschleierung.”

Ankündigung und herzliche Einladung zur Podiumsdiskussion:
Donnerstag, 16. Januar 2020, 19:00 Uhr
Festsaal im Studierendenhaus, Mertonstraße 26-28, 60325 Frankfurt am Main
Die Verschleierung;
Modeaccessoire, ein religiöses Symbol oder ein politisches Instrument?
Eine Neubewertung einer umstrittenen Ausstellung

Podiumsgäste:
Uwe Paulsen, Stadtverordneter der Grünen-Fraktion der Stadt Frankfurt, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Frauen;
Naïla Chikhi, Unabhängige Referentin für Frauenpolitik und Integration, Autorin
Ingrid König, Publizistin und ehemalige Schulrektorin in Frankfurt-Griesheim
Moderation:
Fatma Keser, Allgemeiner Studierendenausschuss der Goethe-Universität Frankfurt
Veranstalter:
Terre des Femmes Städtegruppe Rhein-Main
AStA der Goethe-Universität Frankfurt
Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung

Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion im Podium und mit den Besucher*innen!

Pressemeldung und weitere Infos:
Pressemeldung und weitere Infos zum Podium (Format PDF)

Pressemeldung und weitere Infos zum Podium (Format OpenDocument)
Ankündigungsflyer Podium (PDF)

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Veranstaltungstip: 22./23.11., Narmina – die Kriegerin

Wie unsere Filmvorführung (am 25.11. ) behandelt auch ein Theaterstück, das in Kürze auf der Interkulturellen Bühne Premiere hat, das Thema Gewalt im Namen der Ehre.

Narmina – die Kriegerin, 22./ 23.11.2019, 20:00 Uhr
weitere Infos:
http://interkulturelle-buehne-frankfurt.de/programm/narmina-die-kriegerin-premiere

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25.11.19: Filmvorführung & Filmgespräch “Nur eine Frau”

Montag 25.11.2019 -
Film “Nur eine Frau”, 20:00 – ca. 22:30 Uhr

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen laden wir zu einer Vorführung mit Filmgespräch in Zusammearbeit mit dem Frankfurter Mal seh’n Kino und FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht eV. ein.
Ort: Mal seh’n Kino, Adlerflychtstr. 6, Frankfurt
Eintritt: Kinopreis (8€ / ermäßigt 7€) – FSK:12

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November, möchte die TERRE DES FEMMES Städtegruppe Rhein-Main mit dem Film “Nur eine Frau” das schwierige Thema der Gewalt im Namen der Ehre ansprechen.

“Nur eine Frau” hatte im Mai 2019 Filmstart in Deutschland. Der Film greift die Lebensgeschichte der Berlinerin Hatun Sürücü auf. Im Namen der Familienehre wurde sie 2005 von einem Bruder erschossen, weil sie ein freies und selbstbestimmtes Leben führen wollte. Produziert wurde der Film von Sandra Maischberger, Regie führte Sherry Hormann, die Hauptrolle spielt Almila Bagriacik.

Im Gespräch nach dem Film wird es zusammen mit einer Vertreterin von FIM um die Situation in Frankfurt und Hessen gehen, und um Möglichkeiten der Prävention und Hilfestellung. Auch Fragen aus dem Publikum sind willkommen und wir freuen uns auf eine rege Beteiligung!

Einladung & Pressemeldung:
Open Document (.odt): pressemeldung-TDF-SG-RheinMain_20191125-Film_w
PDF: pressemeldung-TDF-SG-RheinMain_20191125-Film.pdf
Offizielle Filmseite: http://nureinefrau-derfilm.de/

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Seebrücke Großdemo am 10.8.

Großdemo am 10.8.2019 ab 11:30 am Zoo, Frankfurt

Initiiert von der Seebrücke Frankfurt ist eine große Demo gegen die Asylrechtsverschärfungen, die Kriminalisierung der Seenotrettung, den Rechtsruck, das Außer-Kraft-Setzen der Menschenrechte, einfach alles. Es muss anfangen aufzuhören!

Flyer, weitere Infos und Links (Facebook etc):
http://www.seebruecke-frankfurt.de/

Als TDF Städtegruppe unterstützen wir Seebrücke und die Initiative sichere Hafenstadt Frankfurt, siehe den Offenen Brief vom Herbst2018:
http://www.frauenrechte-rheinmain.de/2018/09/sichere-hafenstadt-frankfurt/

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Hessen – engagiert gegen FGM!

Letzten Herbst starteten die Vorbereitungen zum hessenweiten, von pro familia Hessen koordiniertes Projekt gegen FGM. Nun ist es soweit: die ersten Termine für kostenlose Fortbildungen von beruflichen und ehrenamtlichen Fachkräften aus dem sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich stehen! Angesprochen sind auch Multiplikator*innen.

Aktuelle Termine und Infos bei pro familia:
In Frankfurt für Gesundheitspersonal schon am 23.8. !

http://www.profamilia.de/hessen-fgm

Finanziert wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration  unter dem etwas sperrigen Namen “Verbesserung von Schutz und Versorgung für Frauen und Mädchen, die in Hessen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffen oder bedroht sind”. Getragen wird es aber auch von der großenteils ehrenamtlichen Arbeit mehrerer NGOs, die sich im Rahmen des Projekts bei der Erstellung der Unterlagen und der Ausrichtung der Schulungen beteiligen.

Auch unsere Städtegruppe hat sich an der Erstellung der Unterlagen beteiligt. Wir freuen uns, dass es jetzt losgeht mit den Fortbildungen!

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Modest Fashion – Kleiderzwang als Modetrend – Hijab als Fashion Statement?

TERRE DES FEMMES Petition „Den Kopf frei haben“ - Ausstellung Contemporary Muslim Fashions im MAK Frankfurt

Grafik: © Miriam Barton

Unsere Mitfrau Monireh Kazemi hat im Rahmen ihrer Arbeit „Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung“ einen offenen Brief an den MAK Museumsdirektor Prof. Matthias Wagner_K geschrieben. Er hat inzwischen Kontakt mit Monireh Kazemi und Sie zum Dialog in der Ausstellung eingeladen.

Am 4.04.2019 um 19:00 ist die Eröffnung zur Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions“.

Wir werden am Eröffnungstag dort sein und über die TERRE DES FEMMES Petition „Den Kopf frei haben“ informieren und Unterschriften sammeln.

Wir haben noch weitere Aktionen geplant.

Wer sich informieren und mitmachen will meldet sich bitte bei Monireh unter Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung

iran.women.solidarity @ gmail.com

Wer sich  mit dem Thema auseinander setzen möchte, findet hier Veranstaltungstipps und Links:

Der HR hat im Vorfeld der Ausstellung ein Interview mit Monireh Kazemi und Seyran Ateş geführt. Der Podcast ist hier verfügbar und es gibt auch die Stimmen der Ausstellungsmacher und Designerinnen.

Am 8. Mai 2019 lädt Prof Susanne Schröter, Direktorin des „Frankfurter Forschungszentrums für Globalen Islam“ der Goethe Universität zu einem Symposium über „ Das islamische Kopftuch-Symbol islamischen Patrichalismus oder Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung?“ Mit Necla Kelek, Abdel-Hakim Ourghi und Alice Schwarzer.

TERRE DES FEMMES unterstützt Frauenrechtskampagne gegen “World Hijab Day”: #NoHijabDay #FreeFromHijab

https://www.frauenrechte.de/online/themen-und-aktionen/gleichberechtigung-und-integration/aktuelles/3629-nohijabday-freefromhijab

Protest gegen Kopftuch-Ausstellung! | EMMA: Offener Brief der Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung an Prof. Matthias Wagner K

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Protest von Exil Iranerinnen gegen MAK Ausstellung

Offener Brief der Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung vom 18.03.2019 an den Museumsdirektor des MAK Frankfurt anlässlich der Ausstellung Contemporary Muslim Fashions.

Erstveröffentlichung am 22.03.2019 in EMMA

Sehr geehrter Herr Prof. Matthias Wagner K,

wir, die Gruppe „Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung“, sind entsetzt, dass Sie die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashions“ hier nach Frankfurt in die Wiege der deutschen Bürgerrechte geholt haben. Diese Ausstellung, die religiöse Kleidervorschriften als Mode darstellt, ist ein Schlag ins Gesicht inländischer und ausländischer Frauenrechtlerinnen. Sie machen sich damit der Religionspolizei in manchen islamischen Ländern gemein.

Mit dieser Ausstellung ignorieren Sie den Kampf von Frauenrechtlerinnen in islamischen Staaten, die sich gegen den Zwang zu Verschleierung und Verhüllung einsetzen und dafür ihre Freiheit, ihre Unversehrtheit und ihr Leben riskieren. Jedes Jahr werden gegen Tausende von Frauen im Iran Strafen wegen Verstoßes gegen die Kleidervorschriften ausgesprochen. Sie dagegen bieten diesem Kleidungsdiktat eine Plattform, als sei es den betroffenen Frauen möglich, sich selbstbestimmt, bunt und mondän zu kleiden. Was glauben Sie, wie viele Frauen in den islamischen Ländern tatsächlich Zugang zu dieser „contemporary Fashion“ haben? Es ist, wenn überhaupt, eine kleine, elitäre Schicht. Und selbst die tragen solche Kleidung nur zu bestimmten Anlässen, innerhalb der Familie, im Urlaub oder wenn sie ausschließlich unter Frauen sind.

Indem Sie Verhüllung und Schleier prioritär als Mode präsentieren, verharmlosen Sie den Ursprung, woher diese Mode kommt: Nämlich die Religion, mithilfe derer die Hälfte der Bevölkerung – die Frauen – in islamischen Staaten unterdrückt wird. Genau wie die westlichen ModemacherInnen verkennen Sie, dass die sogenannte Freiwilligkeit, mit der sich Models oder sogenannte modebewusste muslimische Frauen verhüllen, eine antrainierte Haltung ist. Wir wissen aus eigener Erfahrung: Wenn ein Mädchen von klein auf vermittelt bekommt, dass eine unverschleierte Frau „unrein“, „nicht sittsam“, „unehrenhaft“ ist, und wenn die Familie und das soziale Umfeld keine oder nur Alternativen aufzeigt, die mit Ausgrenzung und Schuld verknüpft sind, dann kann dies nicht als freiwillig bezeichnet werden. Insofern sind auch keine ehrlichen Aussagen zur freiwilligen Verhüllung zu erwarten. Die Kopfbedeckung als Mode könnte in Deutschland bei manchen als „Wahl“ angesehen werden. In vielen islamischen Ländern haben die Frauen gar keine Wahl und müssen sich verhüllen.

Die Trennlinie verläuft daher nicht zwischen morgen- und abendländischer Mode, sondern zwischen solchen Frauen, denen ihr Umfeld die Wahl ihrer Kleidung überlässt und solchen Frauen, denen ihr Umfeld diese Wahl nicht lässt; zwischen verschleierten und freien Frauen.

Diese Ausstellung versucht, die Macht des “modischen Diktats” mit der Macht einer Religionsvorschrift zu vereinbaren. Mit der Darstellung von verschleierten Frauen übernehmen Sie das rückwärtsgewandte Frauenbild islamischer Staaten und der islamistischen Bewegung. Darin wird die Frau prioritär als Sexualobjekt begriffen, deren Reize zu verbergen sind. Um sich vor den lüsternen Blicken der Männer zu schützen, wird von den Frauen erwartet, sich zu verschleiern. Ein solches Geschlechterverständnis darf in einer öffentlichen Institution wie in Ihrem Haus in einem säkularen Staat wie Deutschland nicht gefördert werden.

Ihre Ausstellung vergisst den Fortschritt, den die Frauenbewegung seit über 100 Jahr gemacht hat. Vor einem halben Jahrhundert haben Frauen sich hierzulande mit der Minirock- Bewegung und dem öffentlichen Verbrennen von Büstenhaltern das Recht erstritten haben, ihren Umgang mit Kleidung frei zu wählen. Frauen haben es sich hier erkämpft, bequem, dem Klima entsprechend und lässig angezogen sein zu dürfen. Glauben Sie wirklich, dass die Verhüllung der Frauen – und speziell des Kopfes mit dem Plastikuntergestell zum Schutz der Haare und dem darüber gewickelten Kopftuch – praktisch und bequem ist? Wir haben es selbst erfahren: Es ist eine Einschränkung in der Bewegung, da nichts verrutschen darf. Ganz zu schweigen von der Unannehmlichkeit, in heißen Sommer sich so zu kleiden, während muslimische Männer kurze Hosen tragen und ihre Arme nicht bedecken.

Ihre Ausstellung liefert konservativen muslimischer Kreise in Deutschland Argumente, warum sie Mädchen nicht zum Sportunterricht schicken müssen. Sie erschwert jungen Mädchen aus diesen Kreisen, sich den Kleidervorschriften zu widersetzen und für ihre Bekleidungsfreiheit zu kämpfen.

Es ist absurd, dass ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Errungenschaften der Frauenrechte deutschlandweit gefeiert werden, mit einer Ausstellung unweit der Paulskirche eine Kleiderordnung protegiert wird, mit der die Hälfte der Bevölkerung in muslimischen Ländern und auch in den muslimischen Communities in Deutschland unterdrückt wird. Daher ist es zynisch, diesen Kleiderzwang als neuen Modetrend „modest fashion“ zu bezeichnen. Wobei die Zuschreibung „modest“ schon aussagt, um was es geht: Die züchtige Verhüllung von Frauen. Nur stylisch und farbenfroh präsentiert, im Gegensatz zu den dunklen Farben, in denen wir Hijab und Burka sonst zu sehen bekommen. Geschlechterapartheit in bunt statt braun! Welcome to Germany 2019!

Daher fordern wir Sie auf:

Schaffen Sie im Museum für Angewandte Kunst eine neutrale Atmosphäre, in denen Frauen und Männer gleichberechtigt miteinander kulturelles Gut erleben und erfahren können. Hinterfragen Sie die Religion, die hinter dieser sogenannten Mode steht, im Sinne der Aufklärung und der Menschenrechte kritisch. Schützen Sie die Neutralität Ihres Hauses!

Wir erwarten, dass das Museum keine Weltanschauung unterstützt, welcher überholte Rollenzuschreibungen von Frauen und Männern zugrunde liegt und gleichzeitig gegen Menschenrechte verstößt!

Migrantinnen für Säkularität und Selbstbestimmung

Kontakt: iran.women.solidarity@gmail.comFrankfurt, den 18.03.2019

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Gutes Neues! Und auf zur Demo :)

Hoffentlich seid Ihr alle gesund und munter ins neue Jahr gekommen, und seid nun tatendurstig und gerechtigkeitshungrig! Für alle, die im neuen Jahr gute Vorsätze und frische Energie haben, geht es hier mit einer Demo los:

Women’s March Frankfurt

IT”S TIME TO MARCH AGAIN!
19. Januar 2019, fünf vor 12:00 (11:55 Uhr)

Treffpunkte: Kaisersack und Diesterwegplatz jeweils 5 vor 12.00 Uhr

Kundgebung A: Willy-Brandt-Platz
Kundgebung B: Goethe-/Rathenauplatz

GEMEINSAM gegen Sexismus, Antisemitismus und Rassismus.
Mehr von den Organisator*innen bei Facebook:
https://www.facebook.com/events/334639037316007/

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