Mythos “Sexarbeit”: Lesung und Diskussion 14.3.

Poster Mythos Sexarbeit

Gestaltung: Justina Honsel & Florian Lübke

Save the date: im März laden wir zu einer Veranstaltung gegen Prostitution ein, in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Frankfurt.

Mittwoch, 14. März 2018, 19:30 Uhr
Mythos “Sexarbeit”: Lesung und Diskussion mit Manuela Schon
Stadtbücherei Frankfurt, Zentralbibliothek, Hasengasse 4
Eintritt frei

Mehr Infos dazu auf unserer Termineseite!

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Mit Ausdauer – One Billion Rising

Tanzdemo Frankfurt 14.2.18

V-Day Frankfurt 2018 (Bild:kw)

Zum V-Day am 14.2.2018 ertönten wieder Samba-Rhythmen und der Song Break the Chain auf der Hauptwache. Die Tanzdemo zur weltweiten Aktion gegen Sexismus und Gewalt an Frauen und Mädchen versammelte bei schönem aber kaltem Wetter ein paar hundert Frauen und  einige Männer auf dem Platz vor der Katharinenkirche. In mehreren Sprachen forderten wir ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben – für alle und überall! So wie es derzeit in der Welt aussieht, werden wir noch etwas Ausdauer brauchen – beim Einsatz für Freiheit und beim Tanzen!

Kleiner Pressespiegel 2018 und Links:
Guter und informativer Beitrag in der Hessenschau: http://www.hessenschau.de/tv-sendung/video-54578.html
Bericht aus der Region: https://www.wetterauer-zeitung.de/regional/vogelsbergkreis/art74,391469

logo-vday-frankfurtBreak The Chain Video:
https://www.youtube.com/watch?v=fL5N8rSy4CU

Info zum Frankfurter Aktionsbündnis:
http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2900&_ffmpar[_id_inhalt]=14079392

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Theaterperipherie: Supergrrrls- Last Chance to see

Bühnenabriss Party, Rollenklischees und Selbstfindung im 21. Jhd.

Heute Abend 25.01.2018 ab 19:30

Theaterperipherie im Titania, Basaltstr 23, 60487 Frankfurt/Bockenheim

Supergirrrls Foto: Seweryn Zelazny

DOPPELABEND

DO, 25.01.18, 19.30 Uhr

KameLions von Hadi Khanjanpour &

Supergrrrls von Ute Bansemir (mit abschließender Bühnenbildabrissparty)

Im Dezember habe ich das Stück zum ersten Mal gesehen im Doppelabend mit Kamelions. Es war ein grandioser Abend. Man muss es nicht im Doppelpack schauen, aber man kann. Das „Männerstück“ zu Beginn war eher ruhig und ernst, aber auch witzig. Was dann kam war einfach unglaublich, auch nach vier Jahren Spielzeit hat das Ensemble uns mit auf eine Tour de Force genommen und die Bühne in Null Komma Nix in ein Schlachtfeld der Selbsterfahrung, Selbstfindung und Selbsterfindung verwandelt.

Ein besonderer Glücksfall war dann die Chance zum Gespräch mit beiden Darstellergruppen bei Schneefall vor der Tür. Zum Glück wird vor der Tür geraucht. Viele im Publikum waren nicht zum ersten Mal da und wir haben über die Entwicklung des Stückes und die aktuelle politische Situation gesprochen. Wie viel von jeder der Darstellerinnen in die Figur geflossen ist, was das Stück beeinflusst hat, warum man sich für welche Rolle entschieden hat, was von der aktuellen Entwicklung über die Jahre die Darstellerinnen und damit das Stück verändert hat. Eine einmalige Chance heute dieses besondere Ensemble nochmal in diesem Frankfurter Theater Kleinod beim energetischen Klimax zu erleben und natürlich mitzumachen. Mehr zum Stück hier.

Bilder zum Stück gibt es hier

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Aimée und Jaguar

Ein gutes neues 2018!

Und gleich zum Einstieg ein besonderer Veranstaltungstip:
“Aimée und Jaguar” – Film und Lesung mit Erica Fischer in Nidderau (Kino Luxor)
Mittwoch, 17. Januar 2018, 17:00 Uhr
https://nidderau.luxor-kino.de/aktionen-events/74-frauenkino-nidderau.html
initiiert vom Beirat für Familie und Jugend der Stadt Nidderau

Erica Fischer, Autorin des Buches „Aimée und Jaguar“, im Nidderauer Kino Luxor aus ihrem Buch vorlesen und Fragen beantworten. Im Anschluss an die Lesung wird der gleichnamige Film gezeigt.

Buch und Film erzählen nach einer wahren Begebenheit die Liebesgeschichte zweier Frauen im Berlin der Kriegsjahre 1942-44. Lilly Wust, verheiratet, vier Kinder, lernt die 21-jährige Felice Schragenheim kennen. Es ist Liebe fast auf den ersten Blick. Doch Felice ist Jüdin und wird am 21. August 1944 verhaftet und deportiert. Lilly Wust hat ihre Geschichte Erica Fischer erzählt und Erica Fischer hat diese Geschichte zu Papier gebracht, die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe zwischen einer Nazi-Mitläuferin und einer Jüdin.

Die Autorin Erica Fischer wurde 1943 in England als Kind österreichischer Eltern im Exil geboren und kehrte nach dem Krieg nach Österreich zurück. Sie gilt als eine der Gründerinnen des österreichischen Feminismus und war als Aktivistin, Theoretikerin und Rednerin aktiv. Seit 1998 lebt sie als freie Autorin, Buchübersetzerin und Journalistin in Deutschland, seit 1995 in Berlin.

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Revue 2017

Camping-Hippie Erfahrung, Filminterviews und Pläne für 2018

Im Rückblick haben wir mehr geschafft, als wir oft für möglich halten oder wahrnehmen. Wie sagt unsere langjährige Koordinatorin Karin so gerne: „ Emotionen sind eine trügerische Sache, ich mache da gerne eine Statistik“. Und damit wir das auch glauben und erkennen, führt Sie akribische Teilnehmerinnenlisten und schreibt fleißig am Jahresbericht und die meisten Protokolle.

Ein Highlight des Jahres war sicherlich unsere 3-tägige Camping-Hippie Erfahrung auf dem 43. OpenOhr Festival in Mainz. Auch wenn es die ein oder andere Mainzerin schon in die Städtegruppe nach Frankfurt  verschlagen hat, wussten wir bis zur Einladung des Festivals Teams nichts von diesem politischen Kleinod im RMV Gebiet. Ein Katzensprung mit der Regionalbahn und wie die meisten Konzerte auf der Zitadelle Mainz mit  RMV Ticket inklusive. Wir haben uns aber gleich das volle Programm gegeben und wild im Camper geschlafen, weil die Zelt – und Busstellplätze schnell weg waren.

Unser spontan entwickeltes FemQuiz (siehe Best of Rhein_Main) mit Fragen rund ums Gendern und Geschlechterfragen kam sensationell an und hat einen schnellen und oft witzigen Einstieg zu vielen spannenden Gesprächen gegeben. Selten haben wir so entspannt, mit viel Spaß und tollen Leuten im Team und vom Publikum her so effektiv „Multiplikation“ in Sachen Frauen-und Menschenrechte betrieben. Zudem hat das Festival uns neue musikalische Schätze erschlossen und ein vielschichtiges Programm mit Podien, Film und Workshops zum diesjährigen Thema „Ware Mensch“ geboten. Da haben wir beschlossen mit und ohne Einladung oder Infotisch werden wir uns 2018 sicher wieder auf dem OpenOhr tummeln.

Laura Brichta, Awareness Preisträgerin 2017Das nächste Highlight war zu unseren großen Freude der 2. Awareness Preis des Gleichstellungsreferates der HFG Offenbach. Wieder haben Lena und Brenda ein Rahmenprogramm rund um die Themen Gender, Queerness und Avantgarde mit Vorträgen organisiert. Inzwischen gibt es einige der Vorträge zum Awareness Preis als DVD beim Gleichstellungsreferat auszuleihen.

Neben den kleinen und großen Aktionen oder Kooperationen bei denen einzelne Frauen der Städtegruppe  unsere Arbeit und die Kampagnen von TERRE DES FEMMES dieses Jahr vorgestellt haben, waren wir auch einmal selbst als Interviewpartnerinnen zum Jahresende gefragt. Der freie Medienkanal Offenbach MOK hat uns eingeladen an einem Gespräch teilzunehmen zum Thema geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen an Frauen im Rahmen des Internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25.11.2017. Im Vorfeld haben wir mit den Redakteurinnen einen kleinen Rundgang durch unsere Wirkungsfelder in Offenbach gemacht und ein Interview im Café des Hafen 2 aufgezeichnet. Es ist ein kleines filmisches Städtegruppen Portrait entstanden und unsere Koordinatorin hat die Grundsätze und Arbeitsweise im Studiogespräch mit Nadine Tepe und der Frauenhausleiterin aus Offenbach nochmal schön auf den Punkt gebracht. Das komplette Gespräch mit den Portrait der Städtegruppe zu Beginn ist auf der Homepage der Mediathek Hessen und des MOK abrufbar.

Als Ausblick auf das kommende Jahr haben wir eine Lesung zum Thema Mythos Sexarbeit geplant.  Ein Thema dass uns seit unserem Podium Female Riots weiterverfolgt und mit der Änderung des sogenannten Prostitutionsgesetzes gerade wieder aktuell ist.

Gleich zum Jahresanfang werden wir wie gewohnt am One Billion Rising Flash Mob auf der Hauptwache teilnehmen, den das Frauenreferat der Stadt Frankfurt jedes Jahr mit einer Gruppe verschiedenster Frankfurter Frauenorganisationen auf die Beine stellt, damit es wieder heißt:  Dance! Rise! Strike!

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25. November: Gegen Gewalt an Frauen!

Jedes Jahr im November rüsten sich einige Fahnenmasten, um Flagge zu zeigen: Gegen Gewalt an Frauen! Der “internationale Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen” wurde initiiert von einem Treffen von Feministinnen im lateinamerikanischen und karibischen Raum und ist seit einer UN-Resolution von 1999 weltweit ein Aktionstag. TERRE DES FEMMES lancierte 2001 zum ersten Mal die Fahnenaktion, bei der zunächst bundesweit öffentliche und private Institutionen die Fahnen mit dem Aufdruck “frei leben – ohne Gewalt” hissten. Mittlerweile gibt es die Fahnen in vielen Sprachen und sie wehen weltweit in Partnerstädten und bei Kooperationsprojekten. (Fahnenaktion 2017)

Nidderau
Als Städtegruppe Rhein-Main sind wir dieses Jahr mit einem Info-Tisch in Nidderau dabei:
25.11., 17:00 Uhr, Kino Luxor (Konrad-Adenauer-Allee 7, Nidderau)
Nidderau liegt etwa 25 km nördlich von Frankfurt. Dort findet ein vom Nidderauer Beirat für Familie und Jugend organisierter Vortrag mit Film und Publikumsdiskussion zum Thema häusliche Gewalt statt. Gezeigt wird der preisgekrönte Krimi “Die Ungehorsame” im Kino Luxor.

Sendung im Offenen Kanal
Am 24. und 25. November geplant ist eine Sendung des Offenen Kanal Rhein-Main zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. In der Sendung wirken wir als Städtegruppe mit und freuen uns, dass die Aussendung hessenweit erfolgen wird.Das Programm steht bald hier: http://mok-rm.de .
Den Film gibt’s auch in der Mediathek Hessen:
http://www.mediathek-hessen.de/medienview_17069_Alan-Zowal-OK-Rhein-Main-NEIN-zu-Gewalt-an-Frauen.html .

Social Media
Unser bundesweiter Verein hat eine Social Media Kampagne initiiert. Wer unter dem Hashtag #gegenGewalt teilnehmen möchte, findet Infos und eine Bastelanleitung auf der Webseite zur Fahnenaktion!

Frankfurt sonst
Wer noch eine Veranstaltung in Frankfurt sucht, im Sonder-Newsletter des Frauenreferats Frankfurt finden sich etliche (auch schon im Vorfeld!)

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Mahnwache gegen Prostitution

Protest gegen Verharmlosung von Prostitution am 17. August zur Frankfurter Bahnhofsviertel Nacht

BHV Frankfurt: Kein Ort des Vergnügens! Mahnwache / Kundgebung

Treffpunkt: 18 Uhr, Ecke Kaiserstraße/Moselstraße

Save Rahab und Unterstützer*innen stellen sich mit ihrer Mahnwache gegen Bordellführungen und Rotlichtmilieu als Kulisse für Gentrifizierung und Boheme. „Während die Stadt Frankfurt diese Bahnhofsviertelfete durchzieht, werden Frauen in diesem Viertel vor unser aller Augen sexuell misshandelt und ausgebeutet. 95 Prozent von ihnen sind aus Bulgarien oder Rumänien. Diese Frauen sind in der Armutsprostitution, weil wir ihre Länder ausplündern, nichts gegen ihre rassistische Ausgrenzung unternehmen und von ihnen nichts anderes wissen wollen, als ihre schnelle Verwertbarkeit“, schreiben die Organisatior*innen zur Veranstaltung auf ihrer Facebook Seite. „Mit Flyern und Plakaten möchten wir die Besucher auf die Hintergründe der Prostitution aufmerksam machen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“

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Was macht eigentlich…? Sarah Diehl?

Lieblings-Genderforscherin, Filmemacherin und Buchautorin Sarah Diehl zu Alternativen zum Kleinfamilienmodell und Kinderlosigkeit

Sarah Diehl

Sarah Diehl Foto: Nane Diehl

Wenn sie nicht gerade an ihrem 2. Roman schreibt, engagiert Sie sich für Flüchtlinge oder Asylbewerber ohne Aufenthaltsstatus. Zum Schreiben reist sie durch die Weltgeschichte, um ihre Facebook Community an ihren Erfahrungen in Laos, Griechenland oder im Park (eine Lektion in Gender Studies 1) teilhaben zu lassen. Ihr eigenes Lieblingskind ist Ciocia Basia. Sie hat dieses Netzwerk gegründet damit polnische Frauen die Möglichkeit haben in Berlin eine Abtreibung zu haben.

Ihre beiden großen Themen sind nach wie vor Abtreibungsrecht und Mutterschaft oder eben wie sich die Tatsache auswirkt, dass man gerade nicht Mutter werden will und auch so gar keinen Mutterinstinkt verspürt oder die biologische Uhr so gar nicht ticken hört. Für alle die auch auf diesem Ohr taub sind hat sie ein sehr erfolgreiches Buch veröffentlicht: Die Uhr, die nicht tickt.

In Folge von „Die Uhr, die nicht tickt“ hat sie jetzt weiter zum Thema Kinderlosigkeit und Alternativen zum Kleinfamilienmodell publiziert und ist als Referentin unterwegs. Dabei verliert Sie auch nie aktuelle positive Entwicklungen aus dem Auge, wie ihr aktueller Essay: „Gemeinschaft jenseits der Kleinfamilie“ für die Bundeszentrale für politische Bildung zeigt.

Neben den Klassischen Familienbanden formt sich mehr und mehr der Wunsch nach Vergemeinschaftung, sozialer Elternschaft und neue Beziehungsformen jenseits der traditionellen Kleinfamilie, die eigentlich eine ziemliche Neuerfindung ist. Dass die Menschen im Alltag oft weiter sind als ewig gestrige Politiker oder Wohnungsbaugesellschaften und ihre Grundrisse spiegeln auch Ausstellungen von Museen. Ob das DAM in Frankfurt 2015 zum Thema Wohnprojekte oder die aktuelle Ausstellung des Vitra Museums zum Thema Kollektives Wohnen.

Kleinfamilie ist nicht nur out und scheitert in 40% der Fälle, sie ist nach Sarah Diehls Analyse auch ein probates Mittel der Bourgeoisie des 19. Jahrhunderts, um Menschen, aber vor allem Frauen, von Vergemeinschaftungsprozessen abzuhalten und sozial hinter Heim, Herd und Küche zu isolieren. Selbst Berufstätigkeit von Müttern schafft da keine Abhilfe, sondern verstärkt dies zum Teil,  da der Heilige Sonntag bei vielen nur für Kernfamilie & Verwandte geblockt ist. Wehe die Schwiegertochter verabredet sich dann mit Freundinnen zum Frühstück oder die Tochter des Hauses geht zum politischen Sonntags Matinee. Skandal! rufen alle die diese traditionellen Erwartungen an Kleinfamilienleben verinnerlicht haben.

Ich kenne es aus eigener Erfahrung, weil verheiratete Mit-Mütter oder Alleinerziehende froh bis erstaunt waren, wenn wir uns gemeinsam mit Kind und Kegel verabredet haben, oder ich mich ohne männliches Pendant mit Alleinerziehenden am Wochenende tummelte, weil alle anderen exklusives Familien Cocooning betrieben haben. Da haben wir dann auch das Label “alleinerziehende Ehefrau” geprägt. Gerade im Rhein-Main Gebiet sind eben viele junge Familien von Berufs wegen ohne Support der Ursprungsfamilien auf sich gestellt. Ganztagsschule oder Kita helfen nur peripher und wenn die Kinder infektionsfrei sind. Da braucht man und vor allem Frauen ein alternatives soziales Netzwerk, sonst ist Kleinfamilie einfach nur die Pest.

Hilfreich sind auch ihre aktuellen Links und Infos zu Abtreibungsmethoden auf Facebook. Wer Dank Sarah Diehl gut informiert ist und weiß was er will, kriegt mit wenig Widerstand eine medikamentöse Abtreibung in Frankfurt, auch wenn erst mal der chirurgische Eingriff propagiert wird. Bereits seit 1999 ist RU486 in Deutschland zugelassen und unter dem Produktnahmen Mifegyne® bekannt. Aber mögliche Komplikationen, werden gerne aufgebauscht im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, wie Ausschabung und Absaugen, statt das eigenständige Handeln der Frauen zu fördern und darin eine Form der Eigenermächtigung zu sehen. Oder ist es gerade das was in Bezug auf Reproduktion nicht gewollt wird? Tja daher immer nur auf die hören, die es schon hinter sich haben.

Genau wie in ihrer Dokumentation zum Thema Abtreibungsrecht , die sie 2011 in Frankfurt bei einer Veranstaltung der SG Rhein-Main präsentiert hat, beleuchtet Sie genau, wie Rollenerwartungen an Frauen oder Reproduktionsrechte in der Deutschen Gesellschaft verhandelt werden. Ein Interview mit unseren Fragen zu Abortion Democracy hat Ricarda Hinz auf ihrem Youtube Channel veröffentlicht.

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Sommerloch

Kommentar von Bettina Renfro

Von Duschbrausen, Orgasmen und missgünstigen Mackern

Interessant was einer an Toiletten-Literatur so in die Hände fällt, wenn sie den Sommer nutzt, um bei Verwandten und Bekannten durch die Lande zu tingeln. Mein Lieblingsstück der Sommerpause taugt für das redaktionelle Sommerloch noch besser als UFO Sichtungen.

Eine alte SCHÖNER WOHNEN Ausgabe von 2016 unter der Rubrik Haus Doktor. Das Einrichtungsproblem der Frau: Er möchte keine Handbrause, sie aber schon. Der unglaubliche Tipp der Einrichterin ist allen Ernstes Friseur Kostenersparnisse vorzuschieben, um zum ureigenen Frauenrecht auf einen gediegenen selbstbestimmten Duschorgasmus zu kommen. Hackt es oder was??!!!??

Ist es  im 21 Jhd. tatsächlich möglich, dass es Männer gibt, die noch nicht wissen, warum Frauen unbedingt eine Handbrause brauchen? Oder die so ekelhaft missgünstig sind, daß sie es in ihrem allein-glücklich-machenden-Anspruch Ihr nicht gönnen?

Ich frage mich, ob sich die Redaktionsmitarbeiterinnen bei Gruner+Jahr auch vor Lachen am Boden gewälzt haben, als sie dieses Einrichtungsproblem bearbeitet und sich diesen Friseurquatsch ausgedacht haben, um der armen Schwester zu helfen. „Das geht nur mit einer Handbrause, weil der Wasserstrahl sich richten läßt und die Frisur schont“ Genau immer schön ausrichten und die Frisur schonen.

Aber am liebsten würde man ihr zurufen: “Schau Dir gefälligst ein YouTube Video an und installiert Dir die Handbrause Deiner Wahl mit 3 Fach Strahl samt Kombi Regenwalddusche selbst (große Auswahl gleich ein paar Seiten weiter im Heft) und schau Dir gleich noch das Video zum Schlosszylinderwechsel an. Setz ihn vor die Tür, diesen misogynen Mistkäfer. Oder schnapp Dir deine elektrische Zahnbürste und lauf Schwester, lauf so weit und schnell Dich Deine Füße tragen.”

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Nach dem Festival ist vor dem Festival

Was man in 4 Tagen alles lernen und erleben kann. 43. OpenOhr Festival Mainz.

Wir waren 4 Tage auf den OpenOhr Festival in Mainz, einem der ältesten Festivals Deutschland. Das hat man vor allem an der Zusammensetzung des Publikums gemerkt. Viele kommen schon seit Jahrzehnten, aber auch die 2. & 3. Generation war da. Gut für uns. “Nach dem Festival ist vor dem Festival”, war dann auch das Résumé der engagierten Festivalorganisator*innen nach einem langen spannenden Pfingstwochenende. Wie haben selten ein interessierteres und aufgeklärteres Publikum gefunden.

Dennoch gab es viele Fragen und unser Quiz war selbst für die Festivalbesucher*innen richtig kniffelig. Wir waren überrascht von der großen Resonanz, wo das Festival mit so viel politischem Programm, Theaterstücken und Podiumsdiskussionen aufwartet.

Trotz wilder Festivalparties und großer Tanzwut waren Veranstaltungen zum bersten voll bis auf den letzten Stehplatz im Podium- oder Theaterzelt. Selbst die leider sehr spät angesetzte Filmperle “Das Mädchenschiff”. Ein Film aus den Vorkriegsjahren zum Thema Mädchenhandel nach Südamerika. Perspektivwechsel aus den 30 er Jahren: Bürgerliche Töchter wurden aus Deutschland nach Rio de Janeiro gelockt. Außergewöhnlich zeitgemäß untermalt von einem elektronic music DJ  – 19th meets 21st  century. Um halb eins gingen bei mir aber die Lichter aus. Zum Glück wurde mir am nächsten Tag das Filmende von einer Quizspielerin erzählt.

Wir haben die Zeit auch genutzt die vielfältigen Veranstaltungen, zu besuchen. Hauptsächlich zu Themen die TERRE DES FEMMES abdeckt, wie Menschenhandel, Prostitution und Kinderarbeit.

Zum Beispiel das Podium „Vom Sexobjekt zur Billigware“. Interessant war auf der Podiumsdiskussion, dass das Publikum recht kritisch war zu den relativierenden Positionen der Grünen Politikerin Cordula Schulz-Asche und der Vertreterin von F.I.M., Gabi Schmitt, zum Thema Prostitution. Beide wollten die Rechte der Prostituierten gestärkt sehen, auch durch die aktuellen Änderungen der Gesetzgebung und waren der Meinung, dass man die Frauen in der Prostitution nicht als Opfer abstempeln dürfe und ihnen eine Eigenermächtigung ermöglichen müsse. Der Realitätscheck des Kriminalhauptkommissar Manfred Paulus hat dagegen ein ziemlich konträres Bild des Tagesgeschäftes in der Prostitution gezeichnet, dass wenig mit Selbstbestimmung und Achtung der grundlegenden Menschenrechte zu tun hat. Grudrun Mewes von der ifgbsg.org, die wir eigentlich auf dem Podium erwartet hatten, hätte diese Entwicklung sicher gefallen.

Gesinnungsmäßig fanden sich die Leute der alternativen Linken bei der Veranstaltung dann eher in der Position des ehemaligen Kripobeamten wieder, der aus seiner langjährigen Praxis der Polizeiarbeit rund um  Menschenhandel, Zwangsprostitution und organisierter Kriminalität erzählt hat. Auch bestimmt eine interessante Erfahrung. Nur die klare Zuordnung bestimmter Landsleute als Hauptakteure im Menschenhandel hat einigen Zuschauer*innen nicht geschmeckt. Aber die Entwicklung, wer wen, wann, wohin verschleppt, konnte Herr Paulus als Autor mehrerer Bücher zum Thema entsprechenden mit Statistiken und Zahlen nachzeichnen. Auch dass es natürlich schwierig ist vom Europaparlament zu erwarten, dass es die entsprechende Gesetzgebung macht, während im Großraum Strasbourg bei Sitzungen des EU Parlamentes die Deliktzahlen im Bereich Prostitution und Menschenhandel in die Höhe schießen und die finanzielle Ausstattung der Polizei seit Jahren gekürzt wird. Dabei hat er so ziemlich bestätigt was TERRE DES FEMMES seit Jahren beim Thema Prostitution feststellt. Das Gros der Frauen ist weder freiwillig noch enthusiastisch bei der Sache.

Noch krasser als das TERRE DES FEMMES Straßentheater „Frauen sind keine Ware“ hat das dann auch die Inszenierung „Kalbfleisch“ der Theatergruppe des Wiener MUK gezeigt, die mit Originalaussagen und Protokollen von Frauen in der Prostitution, Kommentaren von Freiern auf Prostituiertenbewertungsportalen und Zuhälterstatements aus Studien zur Soziologie von Freiern und Menschenhändlern ein Stück inszeniert hat, dass kaum auszuhalten war in seiner Härte und Grausamkeit. Es war aber eine außergewöhnliche multimediale Inszenierung mit sehr körperbetonten Tanz-und Bewegungssequenzen, daß man sich kaum aus dem Bann ziehen konnte und die Vielschichtigkeit der klassischen Lebensläufe wurden sehr packend inszeniert. Wie im richtigen Leben gab es dann auch doch den ein oder anderen Lacher, weil es in der Klarheit auch mal skurril und komisch wirkte und im ein oder anderen Machtgefälle der Akteure oder Machosprüchen hat das Publikum die Muster in Beziehungen generell wiedererkannt.

Auch die Nachbarstände auf der Hauptbühnenwiese waren ein Besuch wert. Attack, DGB, Internationale Justice Mission Deutschland e.V. (IJM), Aidshilfe, Nuklearer Abbau, FÖJ Deutschland Frankreich….besonders angetan hat es uns natürlich das #frei Armbändchen von der IJM.

Zum erden gab es jeden Morgen Yoga mit „Im Freiraum“ aus Mainz auf der Wiese und meine Lieblings-Acts waren die „Obszönitäten Chansons“ von Schnipo Schranke – niemand liebt so brutal rücksichtslos. The Inspector Cluzo, die Öko Rockfarmer aus der Gascogne, haben mit konkreten politischen Ansagen und ihrem Sound dafür gesorgt, dass wir das Ende von The White Stripes nicht mehr bedauern.

Hier findet ihr unsere Festivalfundstücke vom Quiz mit den Feminismus Definitionen der Quizteilnehmer*innen  und das Flyersammelsurium. Und natürlich unsere Lösungen. Die meisten sind wirklich toll und ermutigend, es gab nur zwei seltsame Begegnungen, nämlich von einem bekennenden Freier, der uns damit schockieren wollte. Da hatten wir aber schon härtere Brocken zu kauen im öffentlichen Raum. Und ein junger Mann der uns mit der  Quotendiskussion provozieren wollte, aber letztendlich sich auf unsere Sicht der Welt eingeschwenkt hat. Das fanden wir eher lustig und das Wetter war viel zu gute Laune, um sich über so was wirklich aufzuregen. Dazu gibt es zu viele positives und Mitstreiter*innen im Großen, im Kleinen, im Privaten oder im Stillen. Besonders gefreut hat uns das Interesse der Lehrer*innen und Erzieher*innen am Unterrichtsmaterial und Unterlagen von TERRE DES FEMMES.

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